Herbstfahrt 2015 ins Frankenland

Mit 19 Teilnehmern fuhren wir nach Sachsendorf bei Aufseß in die Fränkische Schweiz.

Am frühen Nachmittag des Reisetages traten wir dort ein uns verteilten uns auf die vorher gebuchten Quartiere. Nach einer Begrüßung durch das Ehepaar Stadter mit Kaffee, Kuchen und weiteren Getränken in der Holzhütte auf der Terrasse trafen wir uns dann gemeinsam in Sachsendorf in der Gaststätte des Brauhauses Stadter.

Der folgende Montag führte uns mit einer Wanderung von ca. 7 km Länge durch das „Paradiestal“ nach Stadelhofen. Dieses Tal ist eines der vielen Trockentäler des Frankenjura, eingerahmt von Wiesen, bizarren Felsen, Trockenrasen, Wacholderheiden und naturnahen Mischwäldern und wird auch als eine Oase der Ruhe bezeichnet. Nach der Wanderung hielten wir Einkehr in dem Gasthaus Höfner und verzehrten dort eine fränkische Brotzeit. Den Abend verbrachten wir im Brauereigasthof Rothenbach in Aufseß.

Am zweiten Tag fuhren wir nach Bamberg und parkten dort an der Heinrichsbrücke. Von dort fuhren wir mit einem Bus in die Innenstadt und hatten um 11 Uhr eine zweistündige Führung durch die Altstadt und dem Dom (Faszination Weltkulturerbe). Die Stadtführerin Beate Basan brachte uns mit ihrer anschaulichen Darstellung die herausragenden Sehenswürdigkeiten der historischen Stadt nahe und vertiefte bereits vorhandene Kenntnisse. Nach dem Rundgang verteilten wir uns in Kleingruppen, hielten Einkehr in verschiedene Lokale und machten eigene Rundgänge durch die Stadt. Das Wetter in Bamberg war sonnig und noch recht warm. Nach Rückkehr verbrachten wir den Abend erneut im Gasthof Rothenbach.

Der Mittwoch war für den Brauereienweg vorgesehen. Gegen 10 Uhr ging es gemeinsam und zu Fuß in Richtung Gasthof Reichold los, wo wir nach 5 km gegen 11.30 Uhr eintrafen. Von dort waren es zwei weitere Kilometer bis zum Gasthof  Kathi-Bräu. Hier hatten wir eine ausgedehnte Mittagspause mit einem Imbiss. Nach weiteren 2 km gelangten wir zum Braugasthof Rothenbach und machten dort Kaffeepause. Die letzten 5 km bis nach Sachsendorf zurück zum Gasthof Stadter ging es an der Aufseß entlang. Obwohl ein Abholdienst bei Rothenbach eingeplant war, liefen alle Teilnehmer weiter und erreichten nach gut 14 km Gesamtstrecke wieder Sachsendorf. Hier verbrachten wir den weiteren Abend mit Speis und Trank und erhielten von der Wirtin zur Erinnerung die Urkunde „Fränkischer Ehrenbiertrinker“. An diesem Tag schien leider keine Sonne; es war aber trocken, so dass wir gut laufen konnten.

Zur Besonderheit dieses Brauereiweges zählt, dass wir diesen in der Weltrekord- Gemeinde Aufseß liefen (größte Brauereidichte pro Einwohner bei vier Brauereien; auf 375 Einwohner kommt eine Brauerei). Es besteht ein Eintrag in das Guiness-Buch der Weltrekorde.

Am nächsten Tag fuhren wir bei Nieselregen und nasskaltem Wetter nach Gößweinstein und besuchten dort die von Balthasar Neumann erbaute Wallfahrtsbasilika. Die Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit mit dem Franziskanerkloster wurde von 1730 bis 1739 erbaut und durch Papst Pius XII zur päpstlichen Basilika minor (ebenso wie in Werl) erhoben.

Anschließend besuchten wir die Stadt Pottenstein. Diese wird bereits 918 urkundlich  erwähnt und liegt an der Püttlach. Die Stadt wird von umliegenden Felsen geschützt und hat viele sehenswerte Fachwerkhäuser. Die 1000-jährige Burg Pottenstein war um 1228 Aufenthaltsort der Hl. Elisabeth von Thüringen. In dem Stadt-Cafe machten wir Pause und verzehrten dort „Schuhsohlen“ (Gebäck mit Kirschen und Sahne).

Anschließend ging es weiter nach Auerbach. Dort befand sich gut 15 Jahre das Jugendzeltlager unserer Gemeinde. Nach Besuch des Ortes mit der Pfarrkirche kehrten wir in einem Cafe ein, um dem nieselnden und kaltem Wetter zu entgehen. Bei Weiterfahrt am Zeltplatz mit Schwimmbad vorbei trafen wir gegen 16.30 Uhr in der Hohen Tanne bei Elfriede Schertl ein. In dem Gasthaus war unsere Küchenbesatzung des Lagers viele Jahre untergebracht. Leider ist der uns sehr gut bekannte Georg Schertl (Wirt) bereits im Mai 2014 verstorben. Elfriede servierte uns ein sehr schmackhaftes und reichhaltiges  Wildgericht (Hirsch oder Wildschwein) zu einem sehr günstigen Preis. Danach gelangten wir in den Abendstunden nach ca. 70 km langer Fahrt wieder in Sachsendorf an.

Der Freitag war der Stadt Forchheim gewidmet. Dort trafen wir gegen 11.00 Uhr ein und parkten der Regnitzbrücke vor dem Main-Donau-Kanal. Nach kurzem Übergang über Kanal und Autobahn kamen wir direkt in der Altstadt an der Kaiserpfalz vorbei und erkundeten zu Fuß und in Einzelgruppen die historische Stadt mit Fachwerkhäusern, das spätmittelalterliche Rathaus, die gotische Kirche St. Martin, die Kaiserpfalz, das Stadtschloss und vieles mehr. Weil es kalt war und leichter Nieselregen niederging, wurden Lokale zum Aufwärmen aufgesucht. So vertrieben wir uns die Zeit bis gegen 16.00 Uhr. Dann ging es zum Brauhaus am Kreuzberg, welches ca. 10 km von Forchheim entfernt liegt. Trotz Navi und Beschreibung war es nicht leicht, dieses Haus zu finden. Vor dem Kreuzberg trafen wir mit dem Ehepaar Stadter zusammen und gingen gemeinsam zum Lokal. Dort gab es vielerlei zum Essen und Trinken mit Selbstbedienung. Abends kam es noch zu einem „Absacker“ im Brauhaus Stadter.

Obwohl wir erst am Sonntag zurückfahren wollten, hatten viele von uns bestimmte Gründe, dies bereits am Samstag zu tun. So entschlossen wir uns alle, bereits am Samstag abzureisen. Schuld daran hatte auch das „uselige Wetter“. Insgesamt war es für alle eine erlebnisreiche Woche, in der wir viel erlebten und zu sehen bekamen.

Wolfgang Waga